Alexander Pascal-Laurent Schmitt, Kira-Henriette Liebau, Alexander Hamm, Wolfram Mittelmeier, Christoph Schulze
"Einlagenversorgung in der Therapie des Knicksenkfußes"
Diese prospektive, randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studie untersuchte bei 73 erwachsenen Patienten mit flexiblem, symptomatischem Knicksenkfuß die klinische und biomechanische Wirksamkeit sensomotorischer versus stützender Einlagen über einen Zeitraum von 12 Monaten. Alle Patienten führten parallel ein standardisiertes Fußmuskeltrainingsprogramm durch.
Methodik:
Die Zuteilung erfolgte in drei Interventionsgruppen (sensomotorische Einlagen, stützende Einlagen, Placeboeinlagen). Erhoben wurden:
- Numerische Rating-Skala (NRS) zur Schmerzbewertung
- Foot and Ankle Disability Index (FADI) zur Funktionsbewertung
- EQ-5D zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
- Pedobarographische Analysen zur Bestimmung der statischen und dynamischen Auflagefläche
- Valgus-Index (VI) zur objektiven Erfassung der Fußfehlstellung
Ergebnisse:
- Sensomotorische Einlagen führten zu einer signifikanten Reduktion der statischen und dynamischen Auflagefläche, was auf eine aktive muskuläre Stabilisierung und Anhebung der Fußlängswölbung hindeutet. Die Schmerzreduktion war verzögert, jedoch klinisch relevant.
- Stützende Einlagen zeigten eine schnellere Schmerzreduktion, jedoch bei gleichzeitiger signifikanter Zunahme der Auflagefläche und Verschlechterung des Valgus-Index – ein Hinweis auf eine potenzielle muskuläre Inaktivierung und langfristige strukturelle Verschlechterung.
- Placeboeinlagen führten zwar zu keinen signifikanten biomechanischen Veränderungen, jedoch – vermutlich aufgrund des begleitenden Fußmuskeltrainings – zu einer subjektiven Besserung der Beschwerden.
Schlussfolgerung:
Sensomotorische Einlagen bieten im Vergleich zu stützenden Einlagen einen therapeutischen Vorteil hinsichtlich der muskulären Aktivierung und biomechanischen Verbesserung bei flexiblem Knicksenkfuß. Die Kombination mit aktivem Fußmuskeltraining kann zu einer stabilisierenden Wirkung auf die Fußarchitektur führen. Eine längerfristige Monotherapie mit stützenden Einlagen erscheint kritisch zu hinterfragen, da sie muskulär dysfunktionale Prozesse begünstigen könnte.
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Veröffentlichungen Studie:
Schmitt, A. P. L., Liebau, K. H., Hamm, A., Mittelmeier, W., & Schulze, C. (2024). Einlagenversorgung in der Therapie des Knicksenkfußes. Die Orthopädie, 1-9.